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Autoren-Blog

 


20. März 2016, 16:32

Gedankensplitter

Ich weiß ja nicht, wie ihr das findet, aber ich finde, unsere Sprache verkommt immer mehr. Besonders fällt mir auf, dass Onlinesprache mich immer mehr nervt. Diese ganzen Abkürzungen sind zum Kotzen. Gut, ich habe mich ja daran gewöhnt. OmG soll eigentlich heißen: „Oh, mein Gott“, und ich dachte immer, es hieße: „Oh, mein Gehirn“. An LOL hat man sich gewöhnt, auch an ROFL, aber mal ehrlich, wer rollt sich schon lachend über den Flur, also ich habe so was noch nie getan. Ich lache gerne, aber von Herzen. Das allgemeine "*g", was so viel wie grinsen bedeutet, oder das "*fg", was freches Grinsen bedeutet, das kann man ja noch nachvollziehen, aber diese hohlen "Schwachstromhirne" leiden an einem Defekt im Zentrum „für Sprache“.
Wer sich an diesen Schwachsinn nicht anpasst, ist out. So ist es, seid euch dessen bewusst. Was machen wir also? Wir passen uns dem Schwachsinn an und demnächst begrüßen wir vermutlich unsere Freunde mit einem freundlichen "LOL", und das dann offline.
Schön sind auch diese Social-Network Communitys, sie schießen wie Pilze aus dem Boden, dabei sein ist alles. FB, WkW, MSN und Co. lassen grüßen.
Doch wenn man der Realität mal in den "Anus" (auch Arsch genannt) blickt, erkennt man, dass halt doch nicht alles superklasse ist, ... sondern superscheiße! Fernab jeder Realität kennt man Leute, die man gar nicht kennt, aber es sind virtuelle Freunde (mir sind reale lieber, aber das ist ja Geschmackssache). Ich warte schon auf den Tag, an dem 109 Leute bei mir vor der Tür stehen, die mir dann mitteilen, dass wir 2.109 gemeinsame Freunde auf Facebook haben.
Noch vor Jahren wurde das Internet verteufelt ... Kritiker behaupteten sogar, dass das Internet psychisch labile Menschen in eine Art Isolation treiben kann, weil sie (die User) den realen Sozialkontakt aufgeben und stattdessen lieber stundenlang im grenzenlosen WWW-Universum surfen. Zum Teil war und ist das auch richtig. Nur die Mehrheit hat inzwischen kapiert, dass "online" nicht die Welt ist, die man dauerhaft brauchen kann, um im realen Leben klar zu kommen. Toll sind auch diese allseits beliebten Chatrooms, in denen sich die Welt tummelt. Nach kurzen Gesprächen geht es dann zur Sache, in null Komma nichts ist man nicht mehr Single, sondern man wird plötzlich geliebt und weiß gar nicht, warum. Online passieren die verrücktesten Sachen und letztlich kommt es genau hier zu einer Verschiebung zwischen Virtualität und Realität. Ich handhabe es heute so, dass ich alles glaube - bis zum Runterfahren des PCs, und damit bin ich gut beraten.
In diesem Sinne … have a nice day

Redakteur




19. März 2014, 17:40

Die Feldtheorie *gg



Am Anfang, da war Aristoteles,
und ruhende Objekte neigten dazu, weiter zu ruhen,
und bewegte Objekte neigten dazu, zur Ruhe zu kommen,
und bald kamen alle Objekte zur Ruhe,
und Gott sah, dass dies langweilig war.

Dann erschuf Gott Newton,
und ruhende Objekte neigten dazu, weiter zu ruhen,
aber bewegte Objekte neigten dazu, in Bewegung zu bleiben,
und Energie wurde erhalten, und Bewegung wurde erhalten,
und Materie wurde erhalten,
und Gott sah, dass dies konservativ war.

Dann erschuf Gott Einstein,
und alles war relativ,
und schnelle Objekte wurden kurz,
und gerade Objekte wurden gekrümmt,
und das Universum war voller Trägheitsmomente,
und Gott sah, dass dies relativ allgemein,
einiges aber speziell relativ war.
Dann erschuf Gott Bohr,
und da war das Prinzip,
dann erschuf Gott Bohr,
und da war das Prinzip,
und das Prinzip war das Quant,
und alle Objekte wurden quantifiziert,
aber einige Objekte waren immer noch relativ,
und Gott sah, dass dies verwirrend war.
Dann wollte Gott Ferguson erschaffen,
und Ferguson hätte vereinheitlicht,
und er hätte eine Theorie ins Feld geführt,
und alles wäre eins gewesen,
aber es war der siebente Tag, und Gott ruhte,
und ruhende Objekte neigen dazu, weiter zu ruhen.

Redakteur




19. März 2014, 17:34




Ich weiß nicht, ob es euch nicht auch manchmal so geht, dass ihr einfach fassungslos über die Dummheit der Menschen nur noch lachen müsst. In meinem Fall muss ich über einige Autorenkollegen lachen und den Kopf schütteln. Ständig bekomme ich Mails and more mit Fragen, die nicht einmal die Auskunft beantworten könnte und Tante Google zur Vollversagerin abstempelt. Neulich ging es damit los:
„Juhu, ich habe ein Buch geschrieben, weißt du einen Verlag?​​“
„Nein, weiß ich nicht.​​“
„Es ist aber ein Bestseller!​​“
„Ah ja, dann würde ich das an verschiedene Publikumsverlage schicken.​​“
„Habe ich ja, aber immer nur Absagen.​​“
„Ah, so.​​“
„Kann ich dir mal den Text schicken?​​“
„Nein, ich bin kein Lektor oder Verleger, ich bin Autorenkollege und ich habe für so etwas nicht die Zeit.​​“
„Ja, aber …“
»Ja, aber …« ist einer der Sätze, die ich am meisten hasse. Denn es ist das untrügliche Zeichen der Uneinsichtigkeit eines Menschen. Tiere sagen nie: Komma, aber …
Gutmütig, wie ich nun einmal bin, frage ich dann völlig gelassen:
„Ist dein Buch denn schon lektoriert, dann könntest du es auch selbst verlegen, es gibt da was … von Amazon oder anderen Plattformen …“
Ich habe den Satz noch nicht ganz beendet, da kam dann:
„Lektoriert, was ist denn das?​​“
In meiner unendlichen Geduld erkläre ich, dass ein Buch auf Fehler untersucht werden müsse, damit der Leser auch Freude an dem Werk hat, es keine temporären Fehler oder Brüche und Rechtschreibfehler im Text gibt.
„Ach, das brauche ich nicht, ich habe ja Word und außerdem hat eine Freundin – die ist Deutschlehrerin und Autorin – drüber geschaut, das Buch ist fehlerfrei.​​“
Ich schlucke und vermeide es zu erwähnen, dass eins meiner Werke ein angeblicher Professor für Germanistik lektorierte und er schlappe 1000 Fehler übersehen hatte. Ich sage auch nicht, dass gerade Lektoren, die auch Autoren sind, meistens die schlechteren Lektoren sind, nicht alle, aber die meisten, weil sie nämlich den Stil verändern und in Nullkommanichts dem ursprünglichen Werk die eigene Note aufdrücken, und dann wird es unecht. Ich verkneife mir auch, dass ich einen solchen Lektor einst fast erschlagen hätte, als aus meinen Trollen dann letztlich Kobolde wurden. Die Fassungslosigkeit steht mir heute noch im Gesicht geschrieben. Stattdessen sage ich in meiner bekannt ruhigen Art, dass ich denke, ein Lektorat mit einem freien Lektor sei sinnorientiert.
„Wieso?​​“, ereilt mich gleich die Frage.
„Weil es meine Erfahrung ist“, erwidere ich lakonisch.
„Ja, aber …“ (Da ist es wieder, dieses »Ja, aber …«, was ich hasse!​​)
Ich antworte: „Ja, aber ist dein Bestseller dir das denn nicht wert?​​“
Schweigen …
In diesem Sinne: fröhliches Bestseller-Schreiben und bitte verschont mich mit dämlichen Fragen, denn eine ehrliche Antwort könnt ihr wohl eh nicht aushalten ;​​-)

Redakteur